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Pädagogisches Konzept – Unsere Lernformen nach Dr. Maria Montessori

Die Montessori-Pädagogik Pädagogisches Konzeptan unserer Schule bietet verschiedene Lernformen an:

Freie Arbeit

Die Freie Arbeit ist die zentrale Arbeitsform in der Montessorischule. Sie umfasst jeden Tag zwischen drei bis vier Stunden. In die Freie Arbeit werden die Fächer Deutsch, Mathematik, Englisch, handwerkliches Gestalten, Mensch und Umwelt sowie Religion integriert.

In der Freien Arbeit wählt sich das Kind seinen Lerngegenstand selbst aus. Dies geschieht mit Hilfe und Begleitung der Leiterin, solange das Kind sich in der Vorbereiteten Umgebung noch orientieren muss. Freies Arbeiten ist im Gegensatz zum Spiel nun zusätzlich produktorientiert – sie verfolgt ein Ziel, das Arbeitsergebnis. In seinem Charakter kommt die Freie Arbeit dem Leistungsstand und den eigenen Arbeitsrhythmus der Kinder entgegen. Das freie Entscheiden für eine bestimmte Aufgabe und deren selbständige Lösung fördert die Lernbereitschaft und das Lernverhalten. Auch über einen längeren Zeitraum können die Kinder sich mit einem Thema beschäftigen und so intensiv in die Materie eindringen.

Die Leiterin hat die Aufgabe, die sensiblen Phasen des Kindes durch intensive Beobachtung wahrzunehmen und ihm dann entsprechende Lerngegenstände anzubieten. Zu Beginn wird die Leiterin die Auswahl für das Kind auf ein überschaubares Mass reduzieren, damit das Kind mit der Vielzahl der Angebote nicht überfordert ist. Mit zunehmender Kenntnis der Materialien und des Aufbaus der Vorbereiteten Umgebung kann das Kind immer sicherer selbst wählen, mit welchen Lerninhalten es sich auseinandersetzen will. Dabei helfen mit der Zeit auch die älteren Kinder mit. Sie kennen sich besser aus und können ein jüngeres Kind begleiten.

Wichtigstes Element der Freien Arbeit ist die Freie Wahl. Das Kind wählt sich seine Arbeit selbständig aus.

Damit kann es auf seine Interessen eingehen, sie wahrnehmen und so seinem Inneren Plan folgen. Das Kind wählt auch, ob es alleine oder mit einem anderen Schüler arbeiten möchte. Auch der Arbeitsplatz wird vom Kind selbst ausgesucht. Das Kind entscheidet, wie viel Zeit es mit einer Arbeit verbringen möchte, wobei der Leiter dem Kind die Anforderungen, die diese Arbeit mit sich bringt, vor Augen führt. Jede Arbeit darf frei gewählt werden; hat diese Wahl aber einmal stattgefunden, ist das Kind die Verpflichtung eingegangen, die Arbeit auch bis zum Ende zu führen.

Freies Spiel

Die pädagogische Begründung für das Spielen erfolgte im vorhergehenden Abschnitt. Die Kinder haben jederzeit die Möglichkeit, sich in ausgewählten Bereichen dem Spielen zu widmen. Wie bei der Freien Arbeit wählen die Kinder auch beim freien Spiel den Inhalt und die Mitspieler selbst aus. Sie müssen so lernen, sich in der Gruppe zu organisieren und abzusprechen. Sollten die Schüler das Bedürfnis haben, kleine Stücke zu inszenieren, werden die Leiterinnen ihnen beim Erstellen eines Drehbuches, beim Herstellen der Requisiten und beim Einüben der Rollen hilfreich zur Seite stehen. So kann auch das freie Spiel unter gewissen Umständen zur Eroberung neuer Lerninhalte führen, wobei das Grundbedürfnis des Kindes auch in diesem Fall ausschlaggebend ist.

Es ist unsere Aufgabe als Leiter, genau zu beobachten, welche der freien Lernformen ein Kind bevorzugt und welchen es immer wieder ausweicht. Sollte sich ein Kind beispielsweise vorwiegend mit intellektuellen Inhalten befassen und dem Spiel ausweichen, werden wir zunächst das Gespräch mit den Eltern suchen, in der Folge auch psychologisch geschulte Fachpersonen zu Rate ziehen. Da wir alle Aktionen des Kindes als grundsätzlich sinnvoll erachten, gleich ob dieser Sinn uns zugänglich ist oder nicht, nehmen wir das Kind in seinem Tun und seinem Nicht-Tun ernst. Wir werden auch diesem Verhalten mit Respekt und Achtung begegnen und versuchen, dem Kind hilfreich zur Seite zu stehen und neue Handlungsalternativen anzubieten.

Wir legen Wert auf eine ausgewogene Verteilung der Aktivitäten, wobei diese Ausgewogenheit sich nicht auf einen Tag bezieht, sondern je nach Kind auf eine Woche, einen Monat oder einen anderen, dem Kind angemessenen Zeitraum.

Jahrgangsübergreifende Projekte mit der gesamten Gruppe

Die Inhalte der kosmischen Erziehung, von “Mensch und Umwelt” sowie der Fächer Musik und Bildende Kunst bilden die Grundlage der Themenfindung. Die Umgebung wird immer wieder zum Lernort gemacht und regelmässige Naturnachmittage durchgeführt.

Besuche in Ausstellungen, Tierparks und das Kennenlernen der Sehenswürdigkeiten in der näheren Umgebung werden weiterhin Inhalte dieser Projekte sein. Somit lernen die Kinder in Sinnzusammenhängen die ganzheitlichen Betrachtungen fördern.

Die Kinder werden in der gesamten Gruppe an Themen arbeiten, die ihren Interessen und Bedürfnissen entsprechen. Dabei werden nicht bei jedem Thema alle Schüler gleichermassen angesprochen werden, aber wir empfinden es als ein wichtiges Lernziel, dass Kinder auch lernen, sich als Teil einer Gruppe zu fühlen, in die sie sich einordnen und an die sie sich anpassen müssen. Somit werden nicht nur Kenntnisse ein Thema betreffend erworben, sondern es finden vor allem auch soziale Lernprozesse statt. Da die Klassen jahrgangsgemischt sind, müssen Kinder mit einer schnelleren Auffassungsgabe und rascherem Arbeitstempo Geduld und Rücksichtnahme gegenüber den jüngeren und langsameren Kindern üben. Sie können ihnen hilfsbereit zur Seite stehen und ihre eigenen, schon grösseren Kenntnisse und Fertigkeiten an die Mitschüler weitergeben.

Sicher werden sich die Arbeitsergebnisse auch in ihrer Ausführung unterscheiden. Ein wichtiges Ziel ist für uns, dass die Kinder untereinander tolerant werden und die Arbeit des anderen als dessen Werk wertschätzen lernen. Meine Massstäbe sind für mich ausschlaggebend, aber nicht massgeblich für die Bewertung der Arbeit eines anderen. Dies bedeutet auch, dass die Kinder einander in ihrem jeweiligen Sosein mit Achtung und Respekt begegnen. Klassengespräche, die innerhalb dieser Projekte immer wieder stattfinden werden, sollen den Kindern Modelle einer respektvollen, achtungsvollen Kommunikation nahe bringen. Somit erlernen die Kinder Möglichkeiten, Konflikte konstruktiv zu bewältigen und einander tolerant und verständnisvoll zu begegnen.

Auch der Sportunterricht wird in der gesamten Gruppe als Fach erteilt.

Angebote und Kurse

Alternierend zu den Projekten gibt es Angebote. Dies kann die Demonstration eines Materials sein, eine Einführung in eine bestimmte künstlerische Technik, das Vorlesen einer Geschichte, Werken oder Handarbeit und vieles mehr sein.

Wünschen sich mehrere Kinder eine Vertiefung eines Themas, werden wir einen Kurs anbieten, für den die Kinder sich verbindlich entscheiden müssen. So werden wir auch die Themen der Fächer Religion und Kulturgeschichte als Kurse anbieten. Diese werden überkonfessionell bearbeitet werden.

Fremdsprachen

In der Mittagspause wird Englisch gesprochen. So können Kinder, die bereits Kenntnisse in dieser Sprache haben, diese vertiefen und erweitern. Kinder, die bisher wenig Kontakt mit Englisch hatten, können diesen in einer vertrauten Umgebung herstellen.

Sobald die Kinder eine Sprache sicher lesen können, bieten wir ihnen die Möglichkeit, auch im Englischen lesen und schreiben zu lernen.

Montagnachmittag findet ein Englisch-Projekt statt: die Lehrperson bastelt, spielt und malt mit den Kindern und spricht dabei mit ihnen englisch. Durch die Handlungen werden die Kinder die Inhalte intuitiv aufnehmen und mit der Zeit einen sicheren, zumindest passiven Wortschatz aufbauen, der sie auch auf die Lektionen in den Abschlussjahren vorbereitet.

Französisch findet für die älteren Kinder im Lektionencharakter statt. Der Arbeit liegt dabei das kantonale Lehrmittel zu Grunde.