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Was ist Montessori-Pädagogik?

Ziel der Montessori – Pädagogik ist es, Kinder zu selbstständigen, unabhängigen, selbstbewussten und sozialen Persönlichkeiten zu erziehen. Dieser Erziehungsprozess ist im Wesentlichen ein Selbsterziehungsprozess. Unter dem Leitsatz Hilf mir, es selbst zu tun! haben Kinder die Möglichkeit, sich nach Interesse und individuellem Tempo bei einer Tätigkeit länger aufzuhalten oder Lerngebiete rascher durchzuarbeiten. Diese ganz auf das einzelne Kind abgestimmte, persönlichkeitsbezogene Methode bietet sich für Integration in besonderem Masse an. Jedes Kind ist ein Kind mit unterschiedlichen Bedürfnissen, Interessen und Kompetenzen und hat ein Grundbedürfnis nach Selbstständigkeit und Selbsttätigkeit. Dieser individuelle Lernprozess hat Vorrang vor Fremdsteuerung und reproduzierendem Lernen.

Maria Montessori hat folgendes pädagogisches Konzept entwickelt:

Der Innere Plan eines Kindes

Wie erobert sich ein Kind die Welt, wie werden Lerninhalte erschlossen, wie lernt das Kind?

Diesen Fragen widmete sich Maria Montessori sehr intensiv. Sie beobachtete genau und kam zu der Aussage, dass das Kind der Baumeister des Menschen ist, und dabei einem Inneren Plan folgt.

Was bedeutet das?

Maria Montessori erlebte, dass Kinder sich immer wieder in Phasen höchster Aufmerksamkeit und Konzentration befinden. Sie sind dann ganz bei dem, was sie tun, so dass sie auch durch äussere Störungen nicht zu beeinflussen sind. Sie nannte dieses Phänomen die Polarisation der Aufmerksamkeit.

Während dieser Polarisationsphasen setzt sich ein Kind ausdauernd und intensiv mit einem Lerninhalt auseinander. Welcher Inhalt das ist, ist vom Kind abhängig, das Kind wählt ihn sich selbst. Nur so kann der Innere Plan, der sich im Kind entfalten will, zur Vollendung kommen.

Geführt wird das Kind von seinen sensiblen Phasen. Das Kind durchläuft während seiner Entwicklung verschiedene Phasen, in denen es besonders aufnahmebereit für einen Lerninhalt ist. Im Alter von etwa 1,6 Jahren ist es die Sprache, die sich explosionsartig entfaltet. Später interessiert sich das Kind für Lesen und Schreiben, nach unseren Erfahrungen viel früher als zum Schuleintritt.

Wird nun ein Kind in einer seiner sensiblen Phasen sanft und behutsam vom Leiter geführt, so kann es innerhalb kurzer Zeit schnell und sicher diesen Lerninhalt erobern. Und das Kind erobert ihn nachhaltig. Nach Ende dieser Phase, auch wenn dem Kind der entsprechende Inhalt nicht angeboten wird, erlischt das Interesse und die Leichtigkeit des Erwerbs genau dieser Aufgabe. Jede Phase ist vorübergehend und kehrt nicht wieder.

Lernt ein Kind nach diesen Phasen, nach seinem Inneren Plan, so lernt es nachhaltig und leicht. Es verwirklicht damit sein inneres Potential und entspricht seinem eigenen, von innen geleiteten Lebensprozess.

Die Vorbereitete Umgebung

Damit ein Kind nach diesem Inneren Plan lernen und sich entwickeln kann, bedarf es einer besonderen Umgebung, nach Montessori der Vorbereiteten Umgebung.

Wir können Kindern nichts beibringen, Kinder lernen von sich aus. Daher brauchen Kinder eine Umwelt, die ihren Bedürfnissen entspricht, in der sie finden, was sie zur Entwicklung ihrer Potentialitäten benötigen.

Dies bedeutet konkret, dass sich die Einrichtung und Gestaltung der Lernumgebung am Entwicklungsstand der Kinder orientiert. In unseren Schulzimmern sind daher vor allem die klassischen Montessori-Materialien wie Perlenmaterial, Wortsymbole und anderes zu finden, mit denen sich ein Kind nach sachkundiger Einführung einen Lerninhalt selbst aneignen kann. Es kann sich handelnd auseinandersetzen und sich in seinen Fortschritten selbst kontrollieren.

Diese Materialien werden in übersichtlichen Regalen präsentiert, zu denen das Kind freien Zugang hat. Die Ordnung ist klar und überschaubar.

Es gibt verschiedene Angebote an Arbeitsplätzen, die sich die Kinder nach ihren Bedürfnissen und nach den Anforderungen der Arbeit wählen können. Es stehen Arbeitstische zur Verfügung, eine Leseecke lädt zum Verweilen ein und Teppiche bieten die Möglichkeit, am Boden zu arbeiten.

Die Kinder wählen sich ihren Arbeitsplatz selbst. Sie bewegen sich frei im Zimmer.

Es ist geplant, einen Garten gemeinsam anzulegen und zu pflegen. Die Produkte, seien es nun Gemüse, Blumen oder Samen, werden miteinander weiterverwendet, so dass die Kinder die Möglichkeit haben, direkte Erfahrungen ihres Eingebundenseins in die Natur und deren Kreisläufe zu erleben.

Des Weiteren können die Kinder in einem speziellen Raum ihrem Bedürfnis nach Spielen, vor allem auch Rollenspielen nachkommen. Der Raum wird ausgestattet sein mit diversen Utensilien wie Kleidern, Tüchern, Schuhen, Schminke und einfachen, kleinen Möbeln, die die Kinder nach ihren eigenen Vorstellungen nutzen können.

Ein Bereich wird dem künstlerischen Gestalten gewidmet sein. Hier finden die Schüler verschiedenste Farben, Papiere, Pinsel, Stifte, Staffeleien und vieles mehr, um sich bildnerisch auszudrücken.

Vorgesehen ist auch eine kleine Kochzeile, die zum Herstellen einfacher oder auch komplexerer Mahlzeiten einlädt. Die Kinder finden eine Grundeinrichtung an Basisnahrungsmitteln, müssen aber den Rest selbst organisieren und planen. Sie müssen sich einen Einkaufszettel erstellen, mit der Zeit überschlagen, wie viel Geld sie benötigen und selbständig einkaufen gehen. Verschiedene Rezeptbücher helfen bei der Auswahl.

Ein Handarbeitsbereich stellt die ganze Bandbreite an Material zur Verfügung, das benötigt wird, um schöne Dinge selbst zu erstellen. Kleine Bücher geben den Kindern Anregungen. Ebenso wird es einen Bereich für das Werken geben, in dem die Schüler sowohl einfache Maschinen als auch die wichtigsten Werkzeuge finden. Unter Anleitung erwerben sie die Qualifikation, mit den Maschinen zu arbeiten. Holz, Papier, Kunststoff und andere Werkstoffe laden ein, der Fantasie freien Lauf zu lassen und sich sein Traumpiratenschiff oder was auch immer herzustellen.

Das Arbeitsgerät Computer wird den Kindern zur Verfügung stehen. Lernprogramme helfen ihnen, sich Lerninhalte zu erschliessen und zu üben. Sachkundige Anleitung an den Nachmittagen erschliesst erste Kenntnisse dieses Mediums, an dem Kinder unserer Zeit nicht mehr vorbeikommen.

Die Rolle der Leiterin/des Leiters

Die Lehrerin oder besser Leiterin, ist Teil der Vorbereiteten Umgebung. Ihre Aufgabe gliedert sich in mehrere Arbeitsbereiche. Zum einen beobachtet sie die Kinder, um herauszufinden, wo sich deren Interessensschwerpunkte befinden, in welcher sensiblen Phase sie sind. Dann ist es ihre Aufgabe, dem Kind genau das anzubieten, was es in dieser Phase benötigt. Die Leiterin stellt also den Kontakt mit dem Lerninhalt her, sie begleitet das Kind und leitet es an. Dabei knüpft sie am Interesse des Kindes an.

Die Leiterin hat zudem die Aufgabe, den Kindern Lerninhalte darzubieten und sie im Lernen zu beraten und zu begleiten.All dies macht die Leiterin mit Achtung und Respekt vor dem Kind. Sie drängt sich nicht auf, sie leitet das Kind sacht und liebevoll an und ist sich immer bewusst, dass die eigentliche Arbeit im Kind stattfindet. Das Kind gibt vor, welcher Weg gegangen wird und nicht die Erwartungen und Vorstellungen der Leiterin.

Sie manipuliert das Kind nicht, sondern achtet es in seinem Sein und seiner Entwicklung. Die Leiterin hilft nicht ungefragt, sie zieht sich ruhig und rücksichtsvoll zurück, wenn das Kind seine Arbeit alleine machen kann. Sie gibt keine Anweisungen und stellt keine unabdingbaren Forderungen. Ihre Aufgabe ist es, sich immer wieder selbst zu reflektieren, ihre Haltung des Respekts und der Demut dem Kind gegenüber zu überprüfen und gegebenenfalls zu korrigieren.

Ein zweiter Teil stellt die Sorge um die Umgebung dar. Die Leiterin muss diese immer wieder den Kindern anpassen und neue Materialien zur Verfügung stellen. Sie sorgt dafür, dass das Material komplett vorhanden ist, dass es ordentlich aufgebaut und ansprechend ist.

Das Material

Auch das Material ist Teil der Vorbereiteten Umgebung. Zum grossen Teil wird das Material klassisches Montessorimaterial sein und sinnvolle Ergänzungen und Erweiterungen dazu.

Dieses gliedert sich in verschiedene Bereiche. Zum einen sind es die Sinnesmaterialien:
Das Kind sammelt in den ersten Jahren seines Lebens eine unendliche Anzahl sinnlicher Eindrücke in seiner Umwelt. Diese Erfahrungen sind zunächst noch ungeordnet und konfus. Das Kind sucht nach Ordnung, Verallgemeinerung und dann wieder nach übertragung dieser in einen erweiterten Kontext.

Mit diesen Materialien kann sich das Kind wesentliche Ordnungskriterien unserer Welt erschliessen: Gross und klein, dick und dünn, lang und kurz, laut und leise und all die Abstufungen, die es zwischen den Gegensätzen gibt. Dies geschieht auf eine sinnliche, ganzheitliche Art, die das Kind in seinem Inneren anspricht.

Nachdem das Kind diese Kriterien kennen gelernt hat, ist es in der Lage, seine bisher ungeordneten Eindrücke zu systematisieren und mit diesem System die Welt nun anders und umfassender in sich aufzunehmen.

Die Sprachmaterialien

Laute sind sinntragend. Dieses Erlebnis hat das Kind, wenn es sich das erste Mal mit den Lauten unserer Sprache beschäftigt. Es erkennt, dass hinter den Worten Laute sind, die wir in unserer Kultur mit einem oder mehreren abstrakten Zeichen belegt haben.Lesedosen mit Wortkarten und Gegenständen lassen das Lesen von Beginn an sinnvoll gefüllt sein. Jedes Wort hat eine Bedeutung, nichts in sinnentleert. Auch hier steht das ganzheitliche Erfahren und Erleben des Kindes im Vordergrund.

Wird das Lesen umfassender, werden auch die Erfahrungen differenzierter: Das Kind erhält Aufträge, die es sich erlesen muss, und spürt die Macht des geschriebenen Wortes.

Auch im Bereich Schreiben sind die Erfahrungen sinnlich und ganzheitlich. Das Kind erlebt die Buchstaben, setzt sie in Verbindung mit Worten und Gegenständen, übt sie auf verschiedene Art und Weise.Wir bieten gleich zu Beginn der Schule, sobald die Lesefertigkeit entsteht, Wortlehre an. Jede Wortart erhält ein Symbol, Wortarten, die etwas miteinander zu tun haben wie Adjektiv, Artikel und Nomen, haben verwandte Zeichen. Ohne den Namen der Wortart zu wissen, erfährt und erlebt das Kind dessen Bedeutung in der Sprache. Erst später erlernt das Kind die Fachausdrücke.

Neben diesen klassischen Materialien werden wir ergänzendes Material anbieten, das sich sinnvoll eingliedern lässt. Dabei werden wir einen grossen Teil selbst herstellen, einen Teil bei Lehrmittelherstellern beziehen. Wichtig ist uns hierbei, dass die Materialien ästhetisch und ansprechend sind, dass sie dem Kind die Eigenkontrolle ermöglichen und dass innerhalb des Materials ein Aufbau zu erkennen ist.

Die Mathematikmaterialien

Das Material Maria Montessoris im Bereich Mathematik ist umfangreich und anschaulich. Es umfasst alle Grundrechenarten im kleinen Zahlenraum bis 20, aber auch im deutlich erweiterten Raum bis 1.000.000.

Alle diese Materialien werden alle Kinder zur Verfügung haben. Da schon junge Kinder gerne mit grossen Zahlen arbeiten, werden wir ihnen diese auch anbieten. Auch hier bestimmt das Kind, was es lernen möchte.

Darüber hinaus werden wir Bruchrechen, Geometrie und Sachrechnen in verschiedenen Bereichen anbieten. Das Material wird ständig den Anforderungen der Kinder angepasst. So kann es sein, dass wir auch Flächenberechnung, Dezimalzahlen, Wurzelziehen und vieles andere mehr zur Verfügung stellen.

Auch im Bereich der Mathematik werden wir die vorhandenen Montessorimaterialien ergänzen. Wiederum werden wir selbst Dinge entwickeln und uns auf dem Lehrmittelmarkt umsehen. Dabei sind die schon oben erwähnten Kriterien ausschlaggebend für die Auswahl.

Kosmische Materialien

Meist wird die Kosmische Erziehung mit dem Fachunterricht in den Regelschulen gleichgesetzt. Dies geht allerdings am Verständnis Maria Montessoris vorbei. Für sie ist die Kosmische Erziehung die eigentliche grundlegende Erziehung, die wir den Kindern in der Schule anbieten müssen.

Wir geben den Kindern die Möglichkeit, sich mit all dem auseinanderzusetzen, was ihr Interesse trifft, sei es nun das Leben der Pinguine oder der Aufbau des Planetensystems. Wichtig dabei ist, dass die Kinder durch die Beschäftigung mit den verschiedenen Themen die Zusammenhänge unserer Welt ahnen können. Respekt und Achtung vor allem Lebenden, die besonders bei kleinen Kindern zu spüren sind, werden auf diese Weise lebendig erhalten und vertieft. Nach Maria Montessori hat der Mensch in der Schöpfung einen besonderen Auftrag, den er aber nur dann erfüllen kann, wenn er sich der kosmischen Zusammenhänge bewusst ist.

Kosmische Erziehung umfasst also, wie der Ausdruck bereits impliziert, den gesamten Kosmos. Wir bieten Material zu Pflanzen und Tieren an, die Kinder können herausfinden, wie welche Tiere miteinander verwandt sind, voneinander abstammen. Sie können Ausflüge in die Ursprünge der Erdgeschichte machen oder sich mit der Entwicklung des Menschen beschäftigen.

Spiele

Im Angebot unserer Schule werden auch Spiele enthalten sein. Dies werden sowohl konventionelle Gesellschaftsspiele sein, als auch die Möglichkeit, freie Spiele zu gestalten.

Das Spielen ist die Aneignungsform, die die Kinder in unsere Schule mitbringen und durch die sie bis zum Eintritt ins Schulalter schon viele wichtige Dinge gelernt haben. Das Spielen dient an unserer Schule nicht als Abwechslung und gelegentliche Bereicherung des Schulalltags, vielmehr ist es eine wichtige, zentrale Form des Lernens. Aus dem Spiel heraus ergeben sich oft Interessen, bestimmte Wissensgebiete genauer zu erforschen, sich neue Fertigkeiten anzueignen (zum Beispiel das üben der Rechenfertigkeiten beim Kaufladenspiel), um bestimmte Rollen im Spiel übernehmen zu können.

Das Spiel enthält immer das Moment der Freiheit. Es verfolgt keinen ausserhalb, sondern einen in sich selbst liegenden Zweck. Spielen hat auch den Charakter der inneren Unendlichkeit. Das Spiel ist nie richtig beendet. Innerhalb des Spieles gibt es immer Wiederholungen. Die Spannung des Spiels steigt mit der Offenheit des Ausgangs. Gefühle wie Aggressionen und Ehrgeiz werden im Spiel durch die Spannung und Dynamik abgelöst. Hierfür muss die Akzeptanz des Anderen als Voraussetzung gesehen werden.

Damit das Spiel seine ambivalente Offenheit über einen gewissen Zeitraum erhält, muss es durch einen bestimmten Rahmen begrenzt sein. Die Grenze entsteht durch die Dinge, die ausserhalb des eigentlichen Spiels bestimmt werden wie die Spielidee, der Spielort, Spielregeln, situative Bedingungen. Der Spielraum kann durch die Kinder immer wieder verändert werden. Das Spiel ist niemals produkt- oder ergebnisorientiert, sondern immer prozessorientiert.

Sehr beliebt sind bei den Kindern Rollenspiele, die sogar zu kleinen Theaterstücken werden können. In dieser Variante von Spielen finden wichtige soziale Prozesse zwischen den Kindern statt. Hierbei werden immer neue soziale Beziehungen aufgenommen und miteinander ausprobiert. Die Kinder bringen ihre inneren und äusseren Konflikte ein, verarbeiten sie und finden mittels Kreativität und Fantasie neue Wege der Konfliktlösung. Auch uns als Beobachtern offenbaren die Kinder in ihrem Spiel viel über ihre emotionale Gestimmtheit, ihre Ängste und inneren Konflikte. So können wir den Kindern hilfreich zur Seite stehen und sie behutsam beraten.

Kinder probieren verschiedene Rollen aus, lernen andere Personen einzuschätzen, Rücksicht zu nehmen, ihren Platz zu finden und vieles mehr. Darum soll dem Rollenspiel in unserer Schule ein besonderer Stellenwert eingeräumt werden. Die Gestaltung eigener kleiner Stücke wird Raum finden in der Freien Arbeit. Wenn die Situation es fordert, werden wir geschulte Begleiter zur Unterstützung von entstehenden Theaterprojekten hinzuziehen.

Zusammenfassung

Alle Materialien, gleich, welchen Lernbereich sie abbilden, fördern die Intelligenz des Kindes. Das Kind kann gemäss seines Inneren Planes selbständig Kenntnisse erwerben; die Hand, die zum Material greift wird Mittler zwischen Geist/Intelligenz und Materie. über die konkrete Handlung gelangt das Kind zur Abstraktion:
Be-greifen führt zum Begreifen.

Das Material lässt das Kind seelisch wachsen. Da das Kind weitestgehend selbständig einen Lerninhalt entdeckt und sich vertiefend mit ihm befasst, wird es diesen Lernprozess als persönliche Entdeckung empfinden. Dies schafft ein Gefühl tiefer Befriedigung und führt zum Aufbau und der Stärkung eines gesunden Selbstwertgefühls.

Das Kind wird auch wahrnehmen können, wo es seine Stärken hat, wo aber auch Schwierigkeiten auftreten. Dies geschieht ohne die manchmal entwürdigenden Hinweise von Erwachsenen, da das Kind die Kontrolle seiner Arbeiten selbst vornehmen kann. Fehler sind somit immer eine Aufgabe, denen sich jedes einzelne Kind in seiner Arbeit stellt ohne den Vergleich mit anderen Schülern ertragen zu müssen und sich aufgrund dieser Fehler als Versager oder minderwertig empfinden zu müssen. Seine Selbstwahrnehmung und auch Selbsteinschätzung wird dadurch zunehmend differenzierter und realistischer werden. Das Kind weiss nach einiger Zeit, wo es steht, wann es sich Unterstützung holen muss und welche Schritte es sich alleine zutraut.

Das Material fördert die Lernfreude. Wir achten sehr auf die Ästhetik, da Kinder, wie wir Erwachsene auch, sich gerne mit schönen Dingen beschäftigen. Alle Gegenstände im Zimmer und auch der Raum selbst werden zum Lernen einladen und die Neugierde der Kinder wecken.Die Materialien erziehen auch zu Genauigkeit. Jede Arbeit stellt bestimmte Anforderungen, die genau ausgeführt werden müssen. Wird ungenau gearbeitet, kann dies leicht zu Fehlern führen.

Vor allem aber fördern die Materialien die Selbständigkeit des Kindes. Da das Kind Lernschritte alleine vollziehen kann und den Erfolg seiner Arbeit immer gleich erfährt, wird es unabhängig von Erwachsenen. Es kann selbst bestimmt in seinem eigenen Lerntempo seinen Inneren Plan entwickeln.